Die Funktionen eines Keyboards

 

Im Gegensatz zum Klavier haben die meisten Keyboards  viele Zusatzfunktionen und vielen Anfängern fällt es oft schwer, aufgrund der großen Anzahl an Knöpfen und Möglichkeiten, den Überblick zu behalten. In diesem Beitrag möchte ich auf einige dieser Funktionen eingehen. Als Beispiel soll ein Yamaha PSR 3000 dienen.

 

Das Metronom:

Das Metronom gibt eine konstante  Geschwindigkeit vor. Meist werden Viertelnoten in einem eingestellten Tempo angeschlagen. Eingestellt wird das Tempo als bpm (beats per minute = Schläge pro Minute). Wenn das Metronom also auf 60 Schläge pro minute (60 bpm) eingestellt wird, dauert eine Viertelnoten genau 1 Sekunde.

 

Die Taste „TAP TEMPO“

Die Taste „TAP TEMPO“ bietet die Möglichkeit, das Tempo des Keyboards z.B. auf das Tempo eines Liedes einzustellen. Dazu wird das Lied angehört und gleichzeitig wird bei jeder Viertelnote die Taste gedrückt. Dadurch lässt sich die Geschwindigkeit feststellen und das Keyboard passt das Tempo an das gehörte Lied an.

 

Die Taste „TEMPO“

Mithilfe dieser Taste lässt sich die Geschwindigkeit in BPM (siehe Metronom) einstellen. Die Einstellmöglichkeit reicht in diesem Fall von etwa 5 BPM bis 500BPM.

 

Die Taste „Transpose“

Mithilfe dieser Taste können alle gespielten Töne nach oben oder nach unten verschoben werden.  Dadurch kann es z.B. sein, dass eine weiße Taste gespielt wird, aber die nächst höhere oder tiefere Taste erklingt. Durch diesen Effekt können Lieder ohne großen Aufwand in verschiedensten Tonarten gespielt werden. Dies ist ein großer Vorteil gegenüber dem Klavier, denn durch eine Transposition am Klavier ist ein anfangs einfach zu spielendes Stück meist viel schwer zu spielen.

Das eigentliche Prinzip dahinter ist sehr leicht zu verstehen:

Das Erkennen der Taste und die Ausgabe des Tons sind beim Keyboard zwei unabhängige Vorgänge. Der „gedrückte Ton“ kann somit vor der Tonausgabe modifiziert (z.B. Transponiert, also in der Höhe verschoben) werden.

 

Die „STYLE“-Tasten:

 

Durch die Style-Tasten lassen sich zur Begleitung dienende Beats in verschiedenen Takten auswählen. Zu einem ordentlichen Rock-Song gehört natürlich auch ein ordentlicher Rock-Beat und zu einer Ballade ein Ballade-beat. Es stehen verschiedene Gruppen (Pop/Rock, Ballade, Tanz, Swing/jazz) etc. zur Verfügung. Dadurch ist es möglich, zu fast jedem Lied eine passende Hintergrundmusik zu finden.

 

Die „SONG“-Tasten:

Mit der „Rec“-Taste können z.B. einzelne Stücke sowohl einstimmig als auch mehrstimmig mit verschiedenen Instrumenten aufgenommen werden. Stücke können auf den internen Speicher abgelegt und später wieder geladen werden. Durch die Taste „Score“ können die gespielten Noten direkt auf dem Display angezeigt werden.  Einzelne Songs können modifiziert und verändert werden. Mit der Karaoke-Funktion kann außerdem nach Anschluss eines Mikrofones mit dem Keyboard auch Karaoke gesungen werden.

 

Das „Multi-Pad Control“

Hiermit können z.B. Effekte, die beim Keyboard Spielen verwendet werden, abgespeichert werden. Beim Spielen wird dann einfach auf eine der Tasten gedrückt und der Effekt erkling.

 

„Style-Control“:

 

 

Nach Drücken der Taste „ACMP“ werden gespielte Akkorde automatisch erkannt. Dadurch kann die Begleitmelodie entsprechend der gespielten Akkorde angepasst werden und klingt um einiges besser.

Durch die Intro-Tasten wird ein Intro noch vor dem eigentlichen Lied abgespielt. Mithilfe der „Main-Variation“-Tasten wird der Beat während des Spielens modifiziert und klingt dadurch weniger monoton. Die Ending-Tasten erlauben es, den Beat ausklingen zu lassen.

 

„Sync Start, Sync Stop und Start/Stop“

 

Um den Beat zu starten oder zu stoppen werden diese Tasten gedrückt. Durch Sync. Start kann ein Beat genau dann gestartet werden, wenn die erste Taste gedrückt wird. Durch Sync. Stop wird er deaktiviert, wenn keine Taste mehr gedrückt wird. "Sync" steht hier für "synchron" und bedeutet, dass die Begleitmusik entweder gleichzeitig beginnt oder endet.

 

 

Das Display des Keyboards:

 

 

Das Display ist die Zentrale Bedieneinheit des Keyboards. Hier können alle Einstellungen abgelesen und mithilfe der Knöpfe um das Display auch verändert werden.  Das Keyboard ist sogar in der Lage durch die Taste „Direct Access“ eine Verbindung zum Internet aufzubauen und somit z.B. Keyboardnoten herunter zu laden.

 

Die Voice-Tasten:

 

 

Die Voice-Tasten kategorisieren die verschiedenen Instrumente, die auf dem Keyboard gespielt werden können. Es stehen z.B. die Kategorien „Piano, E-Piano, Steicher, Gitarre, Saxophon, Flöte und viele weitere zur Verfügung. In den einzelnen Kategorien gibt es verschiedene Instrumente zur Auswahl, die dann verwendet werden können.

 

 

Die „PART SELECT“-Tasten

 

 

Um die Instrumente auswählen zu können werden diese Tasten verwendet. Es stehen 2 Rechte Stimmen und eine Linke Stimme zur Verfügung. Die Tastatur ist ab einer eingestellten Taste geteilt. Die Töne links davon werden dem linken Instrument zugewiesen und die Töne rechts davon werden den beiden rechten Stimmen zugewiesen. Es ist möglich, entweder gar keine(dann ertönt kein Ton), eine oder zwei Stimmen in der rechten Hand erklingen zu lassen.

 

„Registration Memory“

Hier können verschiedene Einstellungen wie z.B. die Auswahl der Instrumente oder des Beats auf einer einzigen Taste gespeichert werden. Um zwischen den verschiedenen Tasten hin und her zu springen genügt schon ein Knopfdruck.

 

Die „One Touch-Settings“

 

Es handelt sich hier um Tasten, mit denen während eines Stücks zum Beispiel vorher festgelegte  Instrumente ausgewählt werden können. Mit einem Knopfdruck können somit mehrere Instrumente ausgetauscht werden.

 

Die Menü-Funktionen:

 

In den Verschiedenen Menüs finden sich sehr viele Einstellungen. Alle Klänge können auf verschiedenste Art und Weise modifiziert werden.

 

Das Pitch-Bend und Modulation-Rad:

 

Mithilfe des PITCH BEND –Rades (deutsch: Tonbeugen) Ton kann ein Ton gleitend in der Tonhöhe entweder nach oben oder nach unten verändert werden. Diese Technik wird außerdem auch beim Spielen auf einer Gitarre verwendet. Durch Veränderung der Saitenlänge wird der Ton gebeugt.  

Es ist beim Keyboardspielen sehr wichtig, mit der richtigen Fingerhaltung und Handhaltung zu spielen. Nur so ist ein unkompliziertes und vor allem unverkrampftes Spielen möglich. Um die Finger-, Arm- und Handhaltung richtig auszuführen, gibt es ein paar Tipps und Tricks:

 

Die richtige Armhaltung:

Es sollte darauf geachtet werden, dass die Ellenbogen etwa auf Höhe der Tasten liegen. Nur so sind die Arme parallel zu den Tasten. Falls die Ellenbogen zu hoch oder zu niedrig sind, kann dies durch eine Erhöhung oder Verringerung der Sitzposition verändert werden. Viele Keyboard oder Klavierhocker können in der Höhe eingestellt werden und somit auch die Armneigung verändert werden.

 

Die richtige Handhaltung:

Grundsätzlich sollen die Finger nicht verkrampft sondern ganz entspannt auf den Tasten liegen. Um die richtige Hand und Fingerhaltung einzunehmen, kann man sich eines kleinen Tricks bedienen. Wenn ein Tennisball in die Mitte der Hand gelegt wird und die Finger den Ball von außen leicht umgreifen, liegt eine gute Handhaltung vor. Natürlich ist es wichtig, die eigene Handhaltung beim Keyboardspielen immer wieder zu kontrollieren und anzupassen, falls die Hand oder der Arm keine optimale Position aufweisen. Wichtig ist, eine entspannte und angenehme Handhaltung zu finden. Nur so macht das Spielen Spaß und ist effektiv.

 

Weitere Tipps können im Video-Keyboardkurs für Anfänger gefunden werden.

Wie wichtig ist das Üben beim Keyboardspielen ?

Beim Keyboardspielen ist das Üben extrem wichtig. Um gut spielen zu können ist es wichtig, sich in regelmäßigen Abständen vor das Keyboard zu setzen und zu spielen. Nur durch regelmäßige Übung prägen sich die Abläufe im Gehirn ein. Auch um Stücke auswendig spielen zu können ist regelmäßiges Spielen unverzichtbar. Es ist erstaunlich, wie viele Musikstücke sich das Menschliche Gehirn merken kann. Auch nach Jahren ist es möglich, bereits gelernte Stücke auswendig spielen zu können. Dazu muss vorher auf jeden Fall fleißig geübt worden sein.

 

Wie lange sollte Geübt werden ?

Es macht wenig Sinn, sich einmal in zwei Wochen an die Tasten zu setzten und dann 4 Stunden am Stück zu spielen. Weitaus effektiver ist es, die Übungszeit auf ca. 30-45 Minuten zu reduzieren, dafür aber jeden Tag zu üben. Die Erfahrung zeigt, dass nach ungefähr einer halben Stunde die Konzentration nachlässt und sich sehr leicht Fehler einschleichen, die später nur schwer behoben werden können. Solange genug Konzentration vorhanden ist, sollte geübt werden.

 

Wie soll geübt werden ? 


Es ist wichtig, dass die Abläufe beim Keyboardspielen korrekt ausgeführt werden. Schnelle Stücke, die oft am Anfang noch nicht in voller Geschwindigkeit gespielt werden können, sollten langsam geübt werden. Die Geschwindigkeit kann dann langsam an die Geschwindigkeit des Stücks angepasst werden. Es ist empfehlenswert, die einzelnen Hände einzeln zu üben, bevor sie dann zusammen gespielt werden. Dadurch werden Fehler minimiert und das Zusammenspiel der Hände lässt sich leichter koordinieren.

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